Sieben Jahre nach Gründung der Werksiedlung Kandern waren die Schüler der zweiten Generation
erwachsen geworden und strebten ins Arbeitsleben.
Da eine Erweiterung in Kandern nicht möglich war, wurde diese in Niederweiler realisiert. So entstanden 1993 mitten im Dorf Niederweiler in einem ehemaligen Fabrik- und Verwaltungsgebäude Wohngruppen und Werkstätten. Gleichzeitig endete der Schulbetrieb und aus der Heimsonderschule Christophorus-Haus wurde die Werksiedlung St. Christoph Niederweiler.
Das Konzept der Lebensgemeinschaft konnte aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht ohne weiteres übernommen werden. Es wurde erforderlich, sich dorfintegriert auszurichten und eine Lebensform zu entwickeln, die diese Situation mit berücksichtigt.
Gelingende Integration ist immer ein wechselseitiger Prozess.
Die Werksiedlung St. Christoph Niederweiler ist Teil des Dorfes Niederweiler. Sie ist Lebens- und Arbeitsort nicht nur für die Menschen die im Karl-König-Haus oder Kirsch-Haus oder Häusle wohnen, sondern auch für immer mehr Menschen aus dem Dorf oder der Region, die in verschiedenster Weise mit der Gemeinschaft verbunden sind. So entstehen vielfältige Verbindungen und nachbarschaftliche Beziehungen, werden Teilhabe an der Gesellschaft wie auch Selbst-Sein-Können ermöglicht.
Der Standort Niederweiler hat sich weiterentwickelt. Die Werkstätten konnten um eine Lagerhalle
erweitert werden, 2003 wurde ein großer Förder- und Betreuungsbereich (FuB) eröffnet und im selben
Jahr bezog eine Wohngruppe in der Kirsch-Villa ihr neues Domizil.
Zukünftig planen wir im Sinne zeitgemäßen, sozialtherapeutischen Handelns und um auf die Forderungen der nächsten Jahre vorbereitet zu sein, Bereiche für älter werdende Menschen mit Behinderungen sowie eine Erweiterung des Leistungsangebotes um ambulante Wohnformen. Ein projektiertes Café und ein Verkaufsladen für unsere Produkte unterstreichen die Bedeutung der Werksiedlung Niederweiler als kommunalen Ort. Dabei entstehen in und um die Gemeinschaft weitere sinnvolle und sinnstiftende Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf.
Claudia Frank